15 Best-Practices für Usability-Tests mit Prototypen, die Sie kennen sollten



Frühe Fehler sind besser als späte Fehler. Das gilt auch für die Usability: Nutzungsprobleme, die bereits in der Prototyp-Phase entdeckt werden, lassen sich deutlich schneller und kostengünstiger beheben als Fehler, die erst nach der Programmierung oder dem Live-Gang gefunden werden. In diesem Beitrag nennen wir daher ein paar Best-Practices für Usability-Tests von Prototypen und decken Fallstricke auf, die es zu vermeiden gilt.

 

Welche Prototypen mit RapidUsertests getestet werden können und wie diese Tests ablaufen, haben wir schon in einem früheren Beitrag erklärt. Getestet werden kann alles von klickbaren PDFs, über Wireframes bis hin zu High Fidelity Prototypen – auch von mobilen Websites und Apps.

 

Der Ablauf von Usability-Tests mit Prototypen

Den Nutzern Zugangsdaten zur Verfügung stellen – Oft ist es sinnvoll, Prototypen im Web mit einem Passwortschutz zu versehen. Geben Sie den Testern in der ersten Aufgabe Zugangsdaten, um auf den Prototyp zugreifen zu können.

Prototyp an den Haupt-Use-Cases ausrichten – Um eine gute Basis für die Optimierung des Prototyps zu schaffen, sollte er die Haupt-Use-Cases abdecken und darauf optimiert sein. Diese müssen sich in den Aufgaben des Usability-Tests widerspiegeln. Sprich: Es müssen nicht alle Links klickbar sein, sondern nur die wichtigsten Links.

 

Am wichtigsten: Richtige Verlinkungen im Prototyp

Prototypen, deren Verlinkungen in Sackgassen oder aus dem Prototyp herausleiten, führen dazu, dass Sie keine aufschlussreichen Ergebnisse erhalten und der Aufwand umsonst war. Die Nutzer verlieren die Orientierung oder landen auf den falschen Seiten und müssen den Test daher abbrechen. Diese Orientierungsverluste beeinträchtigen die Testergebnisse und sind unnötig, wenn sie aufgrund unsorgfältiger Verlinkung des Prototyps entstanden sind. Hier Tipps zur optimalen Verlinkung:

Konsistente und logische Links setzen – Alle Links müssen in sich logisch und konsistent sein, um die Nutzer nicht zu verwirren. Wenn das Logo auf einer Seite zur Homepage verlinkt, sollte es das auf allen anderen Seiten auch tun. Genau so sollten Links in der Navigationsleiste die Nutzer immer zur gleichen Seite führen.

Nicht aus dem Prototyp heraus linken – Vor allem bei Usability-Tests, die nicht moderiert werden (wie RapidUsertests) sollten keine Verlinkungen aus dem Prototyp herausführen, z.B. zu einer bereits fertigen Webseite. Dies würde das Risiko bergen, dass die Nutzer nicht wieder zum Prototyp zurückfinden.

Nur die notwendigen Links – Bei unmoderierten Usability-Tests gibt es niemanden, der die Nutzer wieder auf den richtigen Weg leitet, wenn sie sich in der Linkstruktur verlaufen. Deshalb sollte der Prototyp bei dieser Art von Tests im Idealfall nur Links beinhalten, die für den Test auch wirklich benötigt werden.

Fragen, was die Nutzer hinter nicht-klickbaren Links erwarten würden – Auch wenn in einem Prototyp noch nicht alle Links funktionieren, können Sie die Nutzer fragen, was sie hinter diesen Links erwarten würden. So testen Sie, ob die Erwartung/das Verständnis mit Ihrer Absicht übereinstimmt.

 

Wie die Nutzer instruieren? – Best-Practices

Auf unfertige Website/App hinweisen – Die Nutzer sollten auf jeden Fall zu Beginn des Tests instruiert werden, dass es sich um eine unfertige Website/App handelt. Das Wort ‚Prototyp‘ könnte dabei zu unklar sein. Ohne diesen Hinweis behandeln die Nutzer die Website/App wie ein fertiges Produkt.

Fokus der Nutzer steuern – Instruieren Sie die Nutzer, worauf sie achten sollen und was sie missachten können. Geht es in dem Test z.B. um die Navigation, sollten die Tester wissen, dass sie ihr Hauptaugenmerkt darauf legen sollen und das Design noch vernachlässigen können.

Usability-Tests mit Prototypen - Nutzerführung

Die Tester brauchen klare Instruktionen, damit sie den Usability-Test nicht frustriert abbrechen

 

Tipp:

Nicht notwendige Elemente ausblenden – Manche Prototyping-Programme (axure, invision, marvelapp) hinterlassen Bedienelemente im Prototyp (Dialogboxen, Inhaltsverzeichnis), die für die Nutzer verwirrend und ablenkend sind. Diese Elemente lassen sich ausblenden, was allerdings häufig vergessen wird.

 

Prototypen mobiler Websites und Apps testen

Einsatz auf möglichst vielen Geräten ermöglichen – Bei RapidUsertests testen die Nutzer von zu Hause auf ihren eigenen Geräten, was die Tests besonders realistisch macht. Das bedeutet aber auch, dass sie auf einer Vielzahl verschiedener Geräte durchgeführt werden und der Prototyp auf so vielen verschiedenen Geräten und Bildschirmgrößen funktionieren sollte.

Der App-Name muss Vertrauen erwecken – Sollen sich die Nutzer eine unfertige App herunterladen, sollte der Name der APK-Datei bzw. des Prototyps vertrauenswürdig sein. Sonst werden die Nutzer skeptisch und werden nicht an dem Usability-Test teilnehmen.

iOS-Prototypen müssen im App-Developer-Tool veröffentlicht werden – Dieser Veröffentlichungsprozess dauert in den meisten Fällen einige Tage und muss in den Test-Zeitplan eingeplant werden.

App-Prototypen müssen sich wie Apps anfühlen – Wird der App-Prototyp über den Browser aufgerufen, sollten die Nutzer sich die App auf dem Startbildschirm anzeigen lassen („add to home screen“), damit sie das Look-and-feel einer App bekommen. Hierzu müssen die entsprechenden Instruktionen gegeben werden.

 

Usability-Tests mit Wireframes

Wireframes besser mit Moderator testen – Wireframes sind eine sehr rohe Form von Prototypen. Sie haben oft nur wenig Content und sehen ohne das Design sehr abstrakt aus. Dadurch sind sie oft nicht selbsterklärend und von den Nutzern wird ein hohes Abstraktionsvermögen verlangt. Es ist daher empfehlenswert einen Usability-Test mit einem Moderator durchzuführen, der bei Verständnisproblemen eingreifen kann.

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Wireframe-Tests mit Crowd-Usability-Tests – Entscheidet man sich doch für einen Wireframe-Test mit Crowd-Usability-Tests, wie RapidUsertests, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Selbsterklärende Gestaltung – Der Wireframe muss so selbsterklärend wie möglich sein, um die Nutzer auch ohne einen Moderator durch den Prototyp leiten zu können.
  • Sinnhaften Content liefern – Die Nutzer brauchen konkrete Inhalte, um sich im Prototyp zurechtzufinden. Lorem-Ipsum-Text und andere Platzhalter sollten vermieden werden.
  • Nutzer instruieren – Um den Nutzern in das richtige Mindset zu versetzen, sollten sie vor dem Test darauf hingewiesen werden, dass es sich um eine Website/App im Anfangsstadium handelt und worauf sie ihren Fokus beim Test legen sollen bzw. dass sie nicht das Design bewerten sollen.

 

Gründe gegen Crowd-Usability-Tests mit klickbaren PDFs

Von unmoderierten Tests klickbarer PDF-Prototypen raten wir aus folgenden Gründen ab:

PDF-Prototypen sind scrollbar – Dies kann den Nutzerfluss behindern und lässt den Test an Realitätsnähe verlieren.

PDF-Prototypen sind unberechenbar – Links in PDF-Prototypen sind unberechenbarer als bei anderen Prototyp-Arten. So passiert es zum Beispiel öfter, dass man zur Mitte der verlinkten Seite springt.

Tests, die von einem geschulten Moderator geleitet werden, können jedoch auch mit klickbaren PDFs durchgeführt werden.

 

Mit unserer Usability-Agentur Userlutions können Sie übrigens auch Prototypen in noch früheren Stadien, zum Beispiel Papier-Prototypen, testen. Außerdem konzipieren unsere UX-Experten bei Bedarf den Prototyp oder einzelne Seiten für Sie.

 

Haben Sie schon einmal einen Usability-Test eines Prototyps durchgeführt? Was sind Ihre Best-Practices?

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Sophie KrügerÜber den Autor:

Sophie Krüger hat Medienkommunikation mit dem Schwerpunkt Medienpsychologie an der TU Chemnitz studiert. Bei Userlutions arbeitet sie im Marketing und ist vor allem für die Content-Erstellung zuständig.

 


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