Kein Excel mehr – Mit dem neuen UX-Analyse-Tool doppelt so schnell auswerten

Kein Excel mehr – Mit dem neuen UX-Analyse-Tool doppelt so schnell auswerten

Christian Kleemann | Jan 22, 2015 | Neue Features

Das Auswerten von Usability-Videos war bisher nur in Kombination mit Excel oder Word möglich. Dies erhöhte den Arbeitsaufwand, die Zeit und das Priorisieren der Probleme. Aus diesem Grund haben wir ein neues Auswertungs-Tool mit zahlreichen Funktionen entwickelt. Analysieren von Videos war noch nie einfacher und schneller!

Dabei sind Beschleunigen und Vergeben von Kategorie-Tags, innerhalb der Videos, nur zwei der neuen Features. Neben der Zeitersparnis war vor allem eine intuitive Bedienung unser Anspruch an das neue Tool. Daher haben wir intern sehr lange getestet und schon zahlreiche Auswertungen durchgeführt, um unseren Kunden die beste Auswertung von Videos auf dem Markt anbieten zu können.

Die wichtigsten Features im Überblick

1. Signifikante Zeitersparnis durch Videobeschleunigung

Beim Lösen und Kommentieren der Aufgaben hat jeder Tester seine eigene Geschwindigkeit. Ab jetzt lassen sich Videos bis zu 3x schneller anschauen und auswerten. Passen Sie die Geschwindigkeit einfach an den Tester an.

Erhöhung der Geschwindigkeit im neuen Usability-Analyse-Tool

Abb.1: Beschleunigungsfunktion

2. Direkt zu Problemen im Video springen

Springen Sie jetzt direkt zu Kommentaren im Video und zeigen Sie Kollegen wesentliche Usability-Probleme. Beim Eingeben eines neues Kommentars wird das Video automatisch gestoppt und eine Zeitmarke gesetzt.

3. Aufgaben im Video direkt anwählen

Punktmarkierungen im Videoplayer geben die Startpunkte der Aufgaben jetzt direkt an. Dies ermöglicht ein besseres Wechseln zwischen den Aufgaben. Um sich beispielsweise immer gezielt die zweite Aufgabe anzuschauen, muss man zukünftig nur den Punkt anwählen. Beim hovern sehen Sie außerdem die Aufgabenstellung der entsprechenden Aufgabe.

Auswertung Usability-Test direkt zu Aufgaben springen

Abb.2: Direkt im Video zu Aufgaben springen

4. Priorisieren der schwerwiegendsten Probleme

Vergeben Sie Gewichtungen, um bei der Auswertung die größten Probleme schneller zu markieren. Unter dem Feld “Priorität” können sowohl Schweregrad eines Problems (niedrig, mittel, hoch) als auch positive Aussagen markiert werden.

Auswertung Usability-Test Labels vergeben und Probleme gewichten

Abb.3: Schweregrad von Usability-Problemen vergeben

5. Durch Kategorien und Label mehr Überblick gewinnen

Um Probleme und deren Häufigkeit schneller zu analysieren, haben wir das Anlegen von Seitenkategorien integriert. Ab jetzt gibt es die Möglichkeit Labels, zum Beispiel zum Ort des Problems (Checkout, Homepage, Suche) zu vergeben. Die integrierte Autosuggest-Funktion erleichtert Eingeben, Anlegen und Auswerten der Seitenbereiche.

Tipp: Frühzeitiges Anlegen der Kategorien hilft nicht nur beim Auswerten. Auch Kollegen erhalten schneller einen Überblick und können direkt in eine Auswertung mit einsteigen.

6. Nutzungsphasen sortieren und gezielt analysieren

Lassen Sie sich alle Probleme eines Seitenbereiches z.B. des Checkouts anzeigen. In der Gesamtauswertung kann jetzt nach Kategorien gefiltert werden. Die einzelnen Webseitenbereiche wie Homepage, Produktsuche oder Checkout werden innerhalb der Auswertung festgelegt. Zusätzlich wird die Anzahl der angelegten Kommentare mit aufgeführt, was ein schnelleres Auswerten und Priorisieren der Probleme ermöglicht.

Gesamtauswertung eines Usability-Tests mit Kategorien und Seitenfilter

Abb.4: Darstellung der Gesamtauswertung vom Usability-Test

7. Größerer Videoplayer – nichts mehr übersehen

Das Fenster des Videoplayers wurde auf die Größe von 1120x630px erhöht. Die Übersichtlichkeit wird gesteigert und trotzdem können nebenbei noch Kommentare gesetzt werden.

Usability-Test Auswertungs-Tool

Abb.5: Auflösung des Videoscreens

8. Exportfunktion

Die gesamte Auswertung lässt sich als Excel Datei (.csv) exportieren. So kann diese zum Beispiel bequem versendet werden.

9. Alle alten Auswertungen bleiben erhalten

Die bereits angelegten Tests sowie gesetzte Kommentare bleiben natürlich erhalten und stehen weiterhin im alten Auswertungs-Tool zur Verfügung. Sobald ein neuer Test angelegt wird, nutzt man automatisch das neue Tool und Kommentare werden dort gespeichert.

Feeback geben und UX-Test gewinnen

Wir haben die letzten Monate extrem viel verbessert, aber jetzt ist Ihre Meinung gefragt! Hat Sie das neue Tool bei der letzten Auswertung überzeugt oder gibt es noch Vorschläge für Verbesserungen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Unter allen Einsendungen verlosen wir 2 RapidUsertests mit jeweils 10 Nutzern im Wert von insgesamt 780€!

Feedback einfach direkt hier einreichen.

Hier finden Sie alle bisherigen Feature-Updates.

RapidUsertests besser als klassischer Labortest

RapidUsertests besser als klassischer Labortest

Antje Lasner | Okt 10, 2012 | RapidUsertests-Studien

Wiederholt wurde die Qualität der RapidUsertests getestet – diesmal von der eResult GmbH, einer Agentur für Usability, Online-Marktforschung, Online-Marketing und Kundenzufriedenheit. Das Ergebnis: Online-Usability-Tests von RapidUsertests identifizieren die selben Probleme wie klassische Labor-Tests, sind dafür aber wesentlich preiswerter.

RapidUsertests identifizieren mehr leichte und mittlere Probleme

eResult testete den Onlineshop mein-schnulli.de und veröffentlichte hierzu eine Vergleichsstudie von Usability-Tests im Labor und asynchronen Videotests. Betrachtet wurde, ob die Nutzer mit dem Kauf von individualisierten Produkten zurecht kamen und ob sie sich über die Babyartikel ausreichend informiert fühlten. Im Labor wurde mit einer Stichprobe von 12 Probanden und bei den RapidUsertests mit 20 Testpersonen gearbeitet.

Die RapidUsertests konnten mehr mittelschwere und leichte Probleme identifizieren.

Der RapidUsertest identifizierte genauso viele schwerwiegende Probleme, wie der Labortest und konnte sogar mehr  mittelschwere und leichte Probleme aufdecken. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch Franco Salvetti, Chefentwickler der Suchmaschine Bing in einer aufschlussreichen Studie von Microsoft. In dieser wurden auch die Ergebnisse von Crowd-Usability-Tests mit klassischen Tests verglichen.

Der geringere Preis ermöglicht häufiges Testen und größere Stichproben

Mehrere unabhängige Vergleichsstudien zeigen, dass die RapidUsertests mit bewährten Usability-Tests nicht nur mithalten können.

Der geringe Preis von Crowd-Usability-Tests ermöglicht größere und häufigere Tests, als es mit klassischen Methoden möglich ist. Während ein Test mit 12 Probanden und Auswertung bei einer Usability-Agentur über 10.000 EUR kostet, sinken die Kosten bei einem Remote-Test inkl. Experten-Auswertung auf wenige Tausend Euro. Wenn man den Test selbst auswerten möchte, fallen Kosten von wenigen hundert Euro an.

RapidUsertest vs. klassischer Usability-Test = Gleiche Ergebnisse

RapidUsertest vs. klassischer Usability-Test = Gleiche Ergebnisse

Antje Lasner | Aug 2, 2012 | RapidUsertests-Studien

Eine aktuelle Vergleichsstudie der STRATO AG zeigt, dass RapidUsertests als Ergänzung zu klassischen Labortests eingesetzt werden können – denn beide Verfahren identifizieren die selben Usability-Probleme.

Identische Ergebnisse – günstiger und in der Hälfte der Zeit

STRATOs Usability-Abteilung hat unter der Leitung von Manuel Panzirsch die Ergebnisse ihrer Inhouse-Usability-Tests mit den Ergebnissen von RapidUsertests verglichen, um die Qualität unseres Services besser einschätzen zu können. Dabei wurden jeweils 10 Testpersonen zwischen 18 und 40 Jahren bei der Nutzung von STRATOs Online-Speicher-Dienst HiDrive über RapidUsertests und im Labortest getestet.

Nach drei Aufgaben, welche die Tester auf der Seite zu erfüllen hatten, war klar: RapidUsertest und Inhouse-Test identifizierten identische Usability-Probleme. So wurden in beiden Tests jeweils 10 relevante Usability-Probleme aufgezeigt, davon 9 übereinstimmende. Außerdem identifizierten sowohl der RUT als auch der Labortest jeweils ein Usability-Problem, welches das andere Verfahren nicht aufzeigen konnte.

10 Usability-Probleme hat jedes Verfahren identifiziert – 9 davon waren identisch

RapidUsertest hat ähnliche Qualität wie Inhouse-Usability-Test

In der Hälfte der Zeit und zu Zweidrittel der Kosten des Labortests hat der RapidUsertest damit gezeigt, dass die Testergebnisse nicht hinter denen von klassischen Labortests zurückfallen.

„Wir haben eine Vergleichsstudie zum Thema RapidUsertests vs. Inhouse-Usability-Tests durchgeführt. Der RapidUsertest lieferte sehr gute Ergebnisse und wir konnten dabei gleichwertige Usability-Probleme aufdecken, wie im klassischen Usability-Test. Das Angebot von Userlution ist für uns, neben dem klassischen Usability-Test, ein wichtiges zusätzliches Werkzeug geworden, da ein RapidUsertests preiswerte, schnelle und gute Ergebnisse liefert.“

Manuel Panzirsch Product Management Head of User Experience

Natürlich sind auch Unterschiede der beiden Methoden in der Vergleichsstudie auszumachen. So beschäftigten sich die Tester im RapidUsertest wesentlich kürzer mit der Webseite (15 Minuten im RapidUsertest versus 45 Minuten im Inhouse-Test), was vielleicht auf ein geringeres Involvement der Testteilnehmer im RUT zurückzuführen ist. Jedoch ist fraglich, inwiefern das unterschiedlich ausgeprägte Involvement tatsächlich einen methodischen Nachteil darstellt oder vielleicht einfach mehr dem tatsächlichen Nutzungsverhalten von Webseitenbesuchern entspricht.

Fazit: Klare Aufgabenstellungen für aussagekräftige Ergebnisse

Formuliert man eindeutige Aufgabenstellungen, um ein Abschweifen der Testpersonen zu vermeiden und richtiges Aufgabenverständnis sicherzustellen, bietet der RapidUsertest eine Methode, um mit geringem Aufwand, verlässlich kritische Usability-Probleme zu identifizieren. 

Usability und Scrum: 7 Fragen an Manuel Panzirsch, UX-Leiter bei STRATO

Usability und Scrum: 7 Fragen an Manuel Panzirsch, UX-Leiter bei STRATO

Benjamin Uebel | Jul 12, 2012 | User-Experience-Tipps

Manuel Panzirsch gibt uns einen Einblick in die Arbeitsweise der Abteilung User Experience bei STRATO. Wir befragten ihn zu den Herausforderungen in seinem Job, gemachten Erfahrungen mit den RapidUsertests und der Einbindung von Scrum und Kanban. Er erzählt von anfänglichen Schwierigkeiten und seinem Weg die Akzeptanz von UX-Themen bei allen Mitarbeiter zu steigern.


1.    Wer bist Du und was machst Du?

Manuel Panzirsch (32) Abteilungsleiter User Experience bei der STRATO AG. Ich arbeite jetzt seit 4 Jahren bei der STRATO AG und unser Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahren ständig erweitert. Wir als Abteilung sind vor allem für die Usability unserer STRATO Produkte wie z.B. LivePages oder HiDrive verantwortlich. Wir wissen natürlich, dass es in Sachen UX immer Optimierungspotenzial gibt, deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, die Produkte für unsere Kunden noch besser und einfacher zu machen. Um Usability-Probleme und Nutzerbedürfnisse zu identifizieren, haben wir mittlerweile eine ziemlich umfangreiche Methoden-Toolbox entwickelt. Neben dem User Research Bereich verantworten wir auch die Erstellung von neuen Interaktions- und Designkonzepten.


2.    Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Ich spreche lieber von meinem Arbeitstag als von meinem Arbeitsalltag, da ich meine Arbeit nicht als alltägliche Routine empfinde, sondern als sehr abwechslungsreich und spannend. Natürlich gibt es eine Vielzahl an Meetings, die seit der Einführung von agilen Entwicklungsmethoden bei STRATO durchaus zugenommen haben. Jedoch halte ich es für einen sehr wichtigen Schritt, um auch in Zukunft noch schneller neue erfolgreiche Produkte an den Markt bringen zu können.

Der Tag startet für mich mit unserem 15 minütigen Abteilungs-Stand Up. Dies ist mittlerweile fest in unserem Arbeitstag verankert. So erreichen wir maximale Transparenz hinsichtlich der Arbeitsprozesse der einzelnen Abteilungsmitglieder, und mögliche Probleme können rechtzeitig erkannt werden. Je nachdem was ansteht, unterstütze ich anschließend bei der Durchführung von Usability-Tests, bespreche Umfragen oder Interaktionskonzepte. Ein eigenes Projekt, wie ich leider lernen musste, kann ich, seitdem ich Abteilungsleiter bin, nicht mehr selber zu 100 Prozent betreuen. Daher stehe ich für jedes Abteilungsmitglied immer als Sparringspartner zur Verfügung. Zusätzlich sehe ich eine meiner Hauptaufgaben darin, dafür zu sorgen, dass alle in der Abteilung ohne Ablenkung arbeiten können.


3.    Eure Entwickler nutzen Scrum und Kanban. Wie koordiniert Ihr User Experience mit agiler Produktentwicklung?

Unsere Entwicklung hat sich vor ca. 2 ½ Jahren dazu entschlossen, mit einer agilen Methode zu arbeiten. Dies war ein sehr spannender Umstellungsprozess, da vor allem bei Scrum ein hohes Maß an Kommunikation notwendig ist. Unsere Rolle hierbei war damals noch nicht klar definiert. Wir haben vieles ausprobiert. Folgende Fragen haben wir dabei unter anderem häufig diskutiert:

  • Wann erstellen wir im Entwickler Scrum Prozess unsere GUI Konzepte?
  • Wann führen wir im Entwickler Scrum Prozess User Research Maßnahmen durch?
  • Wie bindend sind Interaktionskonzepte für die Entwickler?

Ich denke, aktuell haben wir auf die Fragen ganz gute Antworten gefunden. Der erste Schritt hierbei war, dass wir selber mit Scrum arbeiten und wir unsere Aufgaben in einem eigenen UX-Sprint abarbeiten. Dies hat den Vorteil, dass wir innerhalb der Abteilung über die Arbeit des anderen informiert sind und, wenn es notwendig wird, auch schnell Ressourcen von einem Projekt zum anderen verschieben können. Zusätzlich können wir hier auch eigene UX-Themen transparent für alle im Team mit aufnehmen und so z.B. unsere eigenen Prozesse kontinuierlich optimieren oder neue UX-Methoden eruieren.

Des Weiteren takten die Product Owner ihre Stories so ein, dass sie bei uns fertig werden und fließend in den Entwicklersprint übergehen. Dies ist natürlich der Idealzustand und klappt nicht immer. Den Entwicklersprint begleiten wir dann als Teil des Scrum Entwicklerteams und nehmen auch an allen Teammeetings teil. Dies ist sehr wichtig, denn nur wenn man als UX-Experte auch Kontakt mit dem gesamten Scrum Entwicklerteam hat, kann man die Teammitglieder für UX-Themen sensibilisieren. Dies erzeugt für uns natürlich einen gewissen Overhead und in manchen Wochen stehen aufgrund dessen relativ viele Meetings an. Jedoch wird dieser Mehraufwand durch die schnelleren Entwicklungsergebnisse und die bessere Qualität der Produkte wieder ausgeglichen.

Zusätzlich haben wir eine umfangreiche STRATO Guideline erstellt, die eine Vielzahl an Constraints für die Entwicklung definiert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass agile Entwicklungsmethoden auch für User Experience Teams absolut sinnvoll sind. Jedoch haben wir das Scrum Framework an unsere speziellen Bedürfnisse angepasst. Aus meiner Sicht ist vor allem eine gute Integration in den Scrum Entwicklersprint notwendig. Wir nehmen bei STRATO noch weitere Rollen im Rahmen von Scrum und Kanban ein. Diese hier ausführlich zu beschreiben, würde jedoch zu weit führen.


4.    Welche Akzeptanz hat das Thema „User Experience“ bei den Entwicklern? Was unternehmt Ihr, um die Akzeptanz weiter zu erhöhen?

Die Akzeptanz von User Experience in Firmen ist ein sehr spannendes und interessantes Thema. Als wir vor ca. 4 Jahren bei STRATO anfingen, gab es relativ wenig UX Know-how bei STRATO und wir mussten diesbezüglich einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Interaktionskonzepte konnten am besten in Verbindung mit einem tollen Design überzeugen.

Im Nachhinein denke ich, dass diese Phase ganz normal für ein neues Team ist, zumal wenn es ein relativ unbekanntes Thema betreut. Heute hat sich dies aus meiner Sicht grundlegend geändert. Wir haben aber auch einiges ausprobiert, um die Akzeptanz für UX Themen zu erhöhen. Einer der wichtigsten Punkte ist, wie bereits erwähnt, die Transparenz der eigenen Arbeit. Diese wurde durch die Einführung von Scrum und den offenen Meetings wie z.B. dem täglichen Stand Up nochmals verbessert. Dennoch darf man aus meiner Sicht nicht glauben, dass, nur weil alle Informationen über die eigene Arbeit im Intranet veröffentlicht sind oder jeder zu den UX-Meetings kommen kann, dies auch automatisch wahrgenommen wird.

Aus meiner Sicht funktioniert Transparenz nicht nur darüber, dass man alles transparent für alle zur Verfügung stellt, sondern vielmehr indem man die Leute abholt und wichtige Ergebnisse übersichtlich und verständlich aufbereitet. Wir in der UX-Abteilung haben aus diesem Grund einen regelmäßigen UX-Letter eingeführt. Hier informieren wir alle STRATO Mitarbeiter über neue spannende Untersuchungen. Auch Video Ausschnitte von Usability-Tests werden über diesem Weg zur Verfügung gestellt. Die Response des UX-Letters ist sehr positiv. Jeder vierte STRATO Mitarbeiter klickt auf einen Link innerhalb der Mail.

Des Weiteren haben wir Usability-Tests in einem Konferenzraum live übertragen, sodass jeder STRATO Mitarbeiter zusehen konnte. Dies ist natürlich etwas aufwendiger in der Organisation. Interessante Testergebnisse werden für einzelne Scrum-Teams als Präsentation aufbereitet und in einem kurzen Meeting vorgestellt und diskutiert. Zusätzlich werden die wichtigsten Untersuchungsergebnisse für alle STRATO Mitarbeiter im Intranet als Kurzreport angeboten. Natürlich ist dies alles ziemlich aufwendig und erzeugt zusätzlich auch mehr Arbeit, jedoch bin ich davon überzeugt, dass es sich lohnt. Ich erlebe hin und wieder, dass UX-Buzzwörter im falschen Kontext verwendet werden. Dies ist meiner Meinung nach aber nicht weiter schlimm, sondern vielmehr ein erstes Indiz dafür, dass UX-Themen für die Kollegen und Kolleginnen immer mehr an Relevanz gewinnen.


5.    Wie nutzt STRATO die RapidUsertests und welche Erwartungen hattet Ihr?

Wir sind an das Thema RapidUsertests sehr unbefangen herangegangen. Um die Qualität des Services für uns selber einschätzen zu können, haben wir uns drei kleine Aufgaben zur Webseite free-hidrive.com überlegt, die wir den Probanden in einem laborgestützten Inhouse Usability Test und im RapidUsertest gestellt haben. Natürlich ist dies kein wissenschaftlich fundierter Methodenvergleich gewesen. Dennoch haben wir wichtige Informationen erhalten, die uns halfen, den Service einzuschätzen.

Für uns ist der RapidUsertest ein Zusatztool zu dem klassischen Inhouse Usability Test. Der Vorteil des Services liegt für uns vor allem in dem geringen Aufwand bei der Testerstellung und -durchführung sowie in den sehr schnellen und guten Ergebnissen. Natürlich gibt es klare Grenzen bei dem Einsatz des Tools und es ersetzt für uns nicht den Inhouse Usability Test. Aktuell läuft ein RapidUsertest mit einer sehr speziellen Zielgruppe und einer Webseite, die durchaus einiges an Vorwissen voraussetzt. Ich bin gespannt, inwieweit der RapidUsertest auch hier gute Ergebnisse liefert.


6.    Welche Fehler sollte man vermeiden, wenn man nutzerfreundliche Produkte entwickeln will?

Ich würde diese Frage gerne umkehren. „Was sollte man unbedingt beachten, um nutzerfreundliche Produkte zu entwickeln?“ Eine der wichtigsten Antworten ist hier natürlich das iterative, nutzerorientierte Gestalten. Ich denke aber, dass es darüber hinaus noch einige weitere Aspekte gibt, die vor allem für eine UX-Abteilung bei der nutzerfreundlichen Produktentwicklung wichtig sind. Hierzu gehört für mich die offene und transparente Kommunikation mit allen Projektbeteiligten.

Wie ich bereits öfters erwähnt habe, bin ich der Meinung, dass auch Entwickler und Produktmanager bei der GUI Konzeption im geeigneten Maß integriert werden müssen. Des Weiteren sollte man als Teil der User Experience Abteilung seinen eigenen Entwürfen gegenüber immer kritisch sein und, wenn es erforderlich ist, diese auch mal rechtzeitig verwerfen können. Daher denke ich, dass viele Aspekte der agilen Entwicklungsmethode Scrum auch sehr gut für UX-Abteilungen geeignet sind. Darüber hinaus ist eine klare Fokussierung auf den späteren Nutzer unverzichtbar. Es lohnt sich daher, hin und wieder mit Produktmanagern auch mal über einzelne Features bzw. über das bewusste Weglassen von Features – nach dem Motto „weniger ist mehr“ – zu kämpfen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass hierbei Personas eine sehr große Unterstützung sein können. Natürlich setzt dies voraus, dass die Personas firmenweit akzeptiert werden.


7.    Gibt es Bücher, Webseiten oder Blogs, die Du empfehlen kannst?

Ich selber lese regelmäßig den Blog von eresult (usabilityblog.de). Dort gibt es immer wieder sehr spannende und interessante Artikel. Auch einige Bücher zum Thema Usability kann ich empfehlen. Besonders in Erinnerung ist mir das Buch Qualität im Web: Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation von Werner Schweibenz und Frank Thissen.

Während ich meine Masterarbeit geschrieben habe, setzte ich mich sehr intensiv mit dieser Publikation auseinander. Die Autoren schaffen es, die Themen Usability und Usability-Tests sehr verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Das Buch ist besonders als Einführung geeignet. Ein anderes Buch, was ich nicht nur aus nostalgischen Gründen empfehlen kann, ist Website-Testing von Frank Reese. Er beschreibt auf sehr kurzweilige und amüsante Art, wie man seine Webseite kontinuierlich optimieren kann. Jedoch scheint er nach meinem Eindruck kein Freund von Usability-Tests zu sein. Er setzt eher auf ausgefeilte A/B Tests.

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Über STRATO:

STRATO ist Europas zweitgrößter Anbieter von Internet-Speicherplatz und Webanwendungen mit mehr als 1,4 Millionen Kundenverträgen und 4 Millionen Domains. In den Hochleistungsrechenzentren in Berlin und Karlsruhe betreibt STRATO mehr als 40.000 Server für sechs europäischen Länder. Regelmäßig überprüft und bestätigt der TÜV durch die Zertifizierung nach ISO 27001, dass Websites, Server, Online-Shops und Unternehmensapplikationen in diesen Rechenzentren sicher aufgehoben und hoch verfügbar sind.