Schadet die AGB-Checkbox der Usability?

Schadet die AGB-Checkbox der Usability?

Benjamin Uebel | Sep 29, 2016 | User-Experience-Tipps

Viele Online-Shops nutzen bei der Kaufbestätigung eine Checkbox zur Bestätigung der AGB. Doch vor allem die größeren Shops wie Amazon, Zalando und Asos verzichten inzwischen darauf. Aus rechtlicher Sicht ist die Checkbox auch gar nicht notwendig. Ein klarer, unmissverständlicher und verlinkter Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist per Gesetz ausreichend.

So kann der Text beispielsweise lauten: „Bitte beachten Sie unsere AGB [Link!] sowie unsere Widerrufsbelehrung [Link!]“. Weitere Informationen über die Rechtslage bei AGB-Bestätigungstexten und Häkchen-Setzen finden Sie z.B. bei der IT-Kanzlei München.

Und aus Usability-Sicht? Sollten Sie die Checkbox zur Bestätigung der AGBs weglassen, um den Buchungsprozess nutzerfreundlicher zu machen?

Vor- und Nachteile der AGB-Checkbox aus Usability-Sicht

Für die Abschaffung der Bestätigungs-Checkbox spricht:

  • Es sind weniger Klicks notwendig, um die Bestellung abzuschließen. Im Checkout gilt das Grundprinzip, die Nutzer so wenige Eingaben machen zu lassen wie möglich. Vor allem bei traffic-starken Shops könnte dies einen leichten Einfluss auf die Conversion haben.
  • Die Frustrationsquellen werden reduziert. Wie oft passiert es, dass man vergisst, die AGBs zu bestätigen und die Buchung deshalb länger dauert? In solchen Fällen wird die User-Experience also erhöht.
  • Diese bessere User-Experience könnte sich in einer höheren Loyalität niederschlagen. „Ach, das war der Shop, wo der Checkout nicht so anstrengend war. Da kauf ich schnell mal wieder ein.“

AGB Bestätigung ohne Checkbox bei Amazon

Amazon hat eine sehr hohe Kundenbindung und verzichtet seit Jahren auf eine AGB-Checkbox beim Bestellen.

Warum die Checkbox zur AGB-Bestätigung sinnvoll sein kann:

  • In Usability-Tests sehen wir immer wieder, dass einzelne Nutzer skeptisch werden, wenn die Checkbox fehlt. Die gefühlte Seriosität des Shops nimmt ab. Bei eher misstrauischen Online-Shoppern könnte dies zu einem Abbruch führen, besonders wenn sie von vornherein unsicher über die Kaufentscheidung waren.
  • Der oben beschriebene positive Effekt auf die Conversion könnte dadurch aufgehoben werden.

AGB Bestätigung mit Checkbox bei mymuesli.com

Die Checkbox gibt den Nutzern ein Gefühl von Transparenz und Seriosität (hier bei mymuesli.com)

Fazit – Checkbox Ja oder Nein?

Aus Usability- und Conversion-Sicht kann es durchaus sinnvoll sein, auf die Checkbox zur AGB-Bestätigung zu verzichten. Und je mehr Shops darauf verzichten, desto alltäglicher wird es für die Nutzer – das Seriositätsproblem könnte daher bald Vergangenheit sein.

Wir sehen hier für Produktmanager interessantes Potenzial für einen A/B-Test, um herauszufinden, ob der Checkout mit oder ohne AGB-Checkbox besser konvertiert.

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrem Shop mit der Bestätigung der AGBs gemacht? Haben Sie vielleicht sogar schon einen A/B-Test zu diesem Thema durchgeführt?

Usability von Webformularen: Conversion steigern durch Inline-Validierung

Usability von Webformularen: Conversion steigern durch Inline-Validierung

Userlutions Team | Mai 30, 2013 | User-Experience-Tipps

Eines der frustrierendsten Erlebnisse für den Nutzer ist eine schwerfällige und umständliche Bearbeitung von Webformularen, z.B. im Check-Out Prozess.

Man möchte nur schnell den Kauf abschließen, bekommt aber ständig die Fehlermeldung, dass die Passwort-Eingabe fehlerhaft ist. Der Nutzer korrigiert die Eingabe, wählt ein neues Passwort, klickt am Ende des Formulars auf „weiter“ und erhält erneut eine Fehlermeldung. Nebenbei sind beim Neuladen des Formulars bereits getätigte Eingaben verschwunden. Nicht selten wird hier der Kauf abgebrochen.

Handlungsempfehlungen in Formularen direkt geben

Die Informationseingabe in Form von Formularen ist oft unabdinglich, dennoch sollten Webseitenbetreiber gerade hier darauf achten den Kunden nicht zu verärgern. Es wird zwar oft auf das zu ändernde Formularfeld verwiesen. Eine entsprechende Handlungsempfehlung, inwiefern die Korrektur erfolgen soll, ist jedoch selten gegeben. Hat der User  z.B. einen Zahlenwert in ein Textfeld eingetragen, erhält jedoch als Fehlermeldung nur die Rückmeldung, dass das Format ungültig ist, ist er schnell verunsichert.

Einsatz von fehlertoleranten Eingabefeldern

Entscheidend für geringe Abbruchraten und eine nutzerfreundliche Gestaltung ist dabei die Fehlertoleranz gegenüber den Eingaben des Nutzers. Dies bedeutet, dass  z.B. das Eingabefeld nicht nur ein einziges Format zulässt und trotz fehlerhafter Eingaben der Nutzer zum Ziel kommt. So kann die Eingabe einer Telefonnummer mit, als auch ohne Schrägstrich zur Trennung der Vorwahl erfolgen.
Eine Lösung bietet ein Verfahren zur Fehlervermeidung in Echtzeit: die Inline-Validierung.

Gute Inline-Validierung bei Twitter

Twitter zeigt, wie man es richtig macht. Bei der Anmeldung gibt es sofort Feedback zu richtigen und falschen gemachten Eingaben. Auch Hinweise und Anforderungen an die Eingaben werden vorab gegeben.

Hohe Usability durch Inline-Validierung

Für eine optimale Hilfestellung beim Ausfüllen von Formularen und  damit verbundenen  geringeren Abbruchraten, empfehlen wir den Einsatz einer Inline-Validierung. Macht der User eine fehlerhafte Eingabe, wird auf der Stelle und ohne zeitliche Verzögerung ein Feedback gegeben wie der Fehler zu korrigieren ist. Nebenbei bekommt der Nutzer auch noch einen Hinweis über schon korrekt ausgefüllte Felder. Dadurch wird er entlastet und optimal beim Ausfüllen von Formularen unterstützt.

„Jetzt Bestellen“: 5 Tipps zur Optimierung des Checkout-Prozesses

„Jetzt Bestellen“: 5 Tipps zur Optimierung des Checkout-Prozesses

Userlutions Team | Mrz 26, 2013 | User-Experience-Tipps

Ist der Kunde erst mal bis zum Bestellprozess vorgedrungen, wähnen sich viele Online-Shop Betreiber schon in der Sicherheit neuen Umsatz verbuchen zu können. Doch in unseren RapidUsertests zeigt sich immer wieder, dass auch im Checkout noch Stolpersteine lauern, die den Kunden zum Verlassen der Webseite bewegen können. Der Weg zur Konkurrenz ist dann nicht mehr weit.

Schon geringe Optimierungen wirken hier wahre Wunder und steigern die Conversionrate spürbar. Die fünf erfolgversprechendsten RapidUsertests-Erkenntnisse stellen wir nachfolgend einmal vor.

1. Ermöglichen Sie einen Gastzugang

Neukunden möchten ihre Daten nicht sofort einem unbekannten System anvertrauen, sondern erst die Gelegenheit bekommen sich von Angebot und Serviceleistungen selbst zu überzeugen. Ermöglichen Sie Neukunden also lieber erst einen Gastzugang und weisen Sie nach dem Kauf auf die Vorteile einer Registrierung hin.

Kundenlogin, Gastzugang oder Login mit Facebook - https://www.flaconi.de/checkout/cart/

Hier wird dem Nutzer eine breite Auswahl an Login-Möglichkeiten zur Verfügung gestellt.

2. Wiegen Sie den Kunden in Sicherheit

Stellen Sie vertrauensstiftende Elemente wie Gütesiegel erneut aufmerksamkeitsstark dar. Bieten Sie zudem verschiedene Zahlungsverfahren an. PayPal- und Rechnungszahlungen werden dabei als besonders vertrauenswürdig und kundenfreundlich empfunden.

Trust Elemente im Warenkorb - Bereits im Warenkorb werden Zahlungsmöglichkeiten und Versandpartner hervorgehoben und so der User animiert auf "zur Kasse" zu klicken.

Bereits im Warenkorb werden Zahlungsmöglichkeiten und Versandpartner hervorgehoben und so der User animiert auf „zur Kasse“ zu klicken.

3. Vermeiden Sie Ablenkungen im Checkout

Im Checkout sollte nur noch das erfolgreiche Abschließen der Bestellung im Mittelpunkt stehen. Das Darbieten der Shop-Navigation und Cross-Selling-Angebote lenken den Kunden von seiner Bestellabsicht ab und können zum Abbruch des Bestellprozesses führen.

Nicht nur lenken die unzähligen weiteren Angebot stark vom eigentlichen Warenkorb ab, auch wird dem Nutzer nicht die Möglichkeit gegeben, dass Geschenk zu entfernen.

Nicht nur lenken die weiteren Angebote stark vom eigentlichen Warenkorb ab, auch wird dem Nutzer nicht die Möglichkeit gegeben, dass Geschenk aus diesem zu entfernen.

4. Überlassen Sie dem Kunden die Kontrolle

Kunden möchten selbst entscheiden, ob sie einen Newsletter abonnieren wollen. Das Auswahl-Häckchen sollte per Default-Einstellung noch nicht ausgewählt sein. Auch das Einverständnis mit den AGBs sollten Sie den Kunden selbst markieren lassen. Bieten Sie dem Kunden außerdem stets die Möglichkeit den Inhalt seines Warenkorbs zu ändern oder seine Adressangaben zu bearbeiten.

5. Fragen Sie nur nach relevanten Informationen

Das Ausfüllen langer Formularlisten kann den Kunden schnell demotivieren. Der Abbruch des Bestellprozesses wird wahrscheinlicher. Beschränken Sie sich also auf die Informationen, die tatsächlich für den Abschluss der Bestellung notwendig sind. Fragen, woher der Kunde den Shop kennt o.ä., können Sie nach dem Abschluss der Bestellung immer noch stellen.

Bei der Anmeldung als Neukunde in diesem Shop gehört die Angabe, woher man ihn kennt sogar als Pflichtangabe dazu.

Bei der Anmeldung als Neukunde gehört die Angabe, woher man diesen Shop kennt sogar als Pflichteingabe dazu.

Fazit

Bereits das Verändern kleiner Stellschrauben im Onlineshop, kann eine positive Auswirkung auf die Conversion haben. Durch Usability-Tests lassen sich eine Vielzahl an Optimierungspotentialen aufdecken um somit für nutzerfreundliche Webseiten zu sorgen.

Sie haben Fragen zu Nutzertests oder optimaler Gestaltung des Checkouts? Gerne helfen wir Ihnen bei der nutzerorientierten Gestaltung des Checkouts weiter.