Amazon.de im Test: RapidUsertests deckt Mängel in der Usability auf



In einer aktuellen Nutzerstudie mit 145 Testnutzern konnten wir mit Remote-Usertests Mängel in der Usability des weltweit größten Internetshops Amazon feststellen. Man muss zugeben: die Nutzer wurden meist vorbildlich bei ihrem Einkaufserlebnis unterstützt. Dennoch vermissten ca. 70 % der Test-Einkäufer eine übersichtliche Sortierfunktion. Unsere Studie unterstreicht damit die Wirksamkeit von Online-Usability-Tests.

Usability-Probleme bei 70% der Test-Nutzer
Für die Online-Usability-Studie schickten wir Neu- und Bestandskunden auf Erkundungstour. Das Ergebnis: 99 von 145 Testern hatten Schwierigkeiten, die Suchergebnisse entsprechend ihrer Anforderungen zu sortieren oder zu filtern. Nutzer, die z.B. bei Amazon.de nach dem Begriff „Teekanne“ suchten, erhielten eine Ergebnisliste von ca. 6.570 Treffern – eine erschlagende Auswahl. Häufig suchten Tester daraufhin nach Sortier- oder Filtermöglichkeiten. Beides wurde nur sehr schwer oder gar nicht gefunden. Die Kategorisierung stellte ein weiteres Problemfeld hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit dar: Mit 12 Hauptkategorien und 81 Unterkategorien empfanden viele Nutzer diese Auswahlmöglichkeiten als zu vielfältig. Kein einziger Testnutzer war in der Lage, das gesuchte Produkt durch die Eingrenzung über Kategorien zu finden.
Die zentralen Erkenntnisse der Studie wurden in einer Video-Zusammenfassung aufbereitet. Hier werden die konkret aufgetretenen Usability-Hürden der Nutzer beim Surfen auf Amazon.de gezeigt, sowie die ausgesprochenen Verbesserungsvorschläge der User. Link: http://bit.ly/ITOLxW.


 

Amazon macht vieles richtig
Die Kategorisierung von Amazon.de bot laut der Tester einen guten Einstieg. Allerdings nutze die absolute Mehrheit der Kunden letztlich die Suchleiste zur Navigation in dem E-Commerce-Shop. Die optimal auf der Webseite platzierte Suchleiste  fand bei den Testern nur positiven Anklang: Fehler wurden automatisch korrigiert, Nutzer konnten mehrere Suchbegriffe eingeben und es wurden umfangreiche Ergebnislisten ausgegeben.

 

RapidUsertests deckt zielgerichtet Probleme auf
Die Studie offenbart, wie wirksam Online-Usability-Tests selbst von ‚gestandenen‘ Internetanbietern sein können.
Inzwischen hat der E-Commerce-Riese Amazon übrigens reagiert: Den Nutzern werden nun – in Übereinstimmung mit den Ergebnissen unserer Nutzerstudie – Sortier- und Filterfunktionen angeboten.

Update (16.05.2012): 
Inzwischen hat der E-Commerce-Riese – unabhängig von den Befunden unserer Studie – Sortier- und Filterfunktionen in die Suche integriert. Es ist jedoch bemerkenswert, dass sich die Ergebnisse unseres Tests mit den von Amazon als wichtig erachteten Anforderungen an eine verbesserte Nutzerfreundlichkeit decken.


Nun zu euch – konntet ihr anhand des Videos potenzielle Usability-Hürden auf eurer Seite ausmachen? Was denkt ihr über die ’neue‘ Sortierfunktion?

 


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2 Kommentare

  1. Christiane says:

    Ein schönes Beispiel, um zu aufzuzeigen, dass Usability-Probleme überall auftreten (können). Mich hat die Aussage „Inzwischen hat der E-Commerce-Riese Amazon übrigens reagiert“ leicht irritiert, da dies für mich so klingt, als wäre der Test nicht von Amazon initiiert wurden. War der Test ein Amazon-Auftrag oder sollte hier durch eine eigene „Nutzerstudie“ aufgezeigt werden, dass Online-Usability-Tests eine „wirksame“ Methode darstellen, um die Usability eines Webangebots zu testen?

    • Freddy Grahl says:

      Hallo Christiane,

      vielen Dank für den Kommentar.
      Tatsächlich haben wir die Studie unabhängig von Amazon.de durchgeführt. Die von Amazon umgesetzten Verbesserungen bezüglich der Sortier- und Filterfunktionen wurden eigenständig von Amazon.de und damit ebenfalls unabhängig von den Ergebnissen unserer Nutzerstudie vorgenommen.
      Das sich die Ergebnisse unserer Studie so gut mit den konkreten Optimierungsansätzen von Amazon decken, unterstreicht in meinen Augen die Wirksamkeit von Online-Usability-Tests.

      Wir haben die Formulierung im Blog-Artikel geändert, um weiteren Missverständnissen vorzubeugen.

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